Die Wartung eines Spritzgießwerkzeuges am Standort Bautzen

Die Werkzeugwartung oder auch „Service“ genannt ist ein wichtiger Bestandteil im Produktionsablauf und ist ein Ausbildungsbereich zum Werkzeugmechaniker. Sämtliche Werkzeuge müssen nach ihrer Benutzung gewartet und für ihren nächsten Einsatz vorbereitet werden. Anschließend werden sie im Regal verstaut. So wird gewährleistet, dass die benötigten Werkzeuge jederzeit zur Verfügung stehen. Die zu erledigenden Arbeiten sind bei jedem Werkzeug im Normalfall ähnlich, abgesehen von Reparaturarbeiten natürlich. Auch wenn es keinen festen Plan gibt, in welche Reihenfolge die Arbeiten erledigt werden, so gibt es doch gewisse Regeln, die man einhalten muss…

Nach einer Benutzung, kommt jedes Werkzeug in den Servicebereich. Zunächst wird sich hier die Werkzeugbegleitmappe angeschaut. In dieser stehen alle wichtigen Informationen zu dem Werkzeug. Neben technischen Daten wird hier festgehalten, wann es zuletzt gereinigte wurde und ob Probleme beim letzten Einsatz aufgetreten sind. Der Mitarbeiter verschafft sich hier zunächst einen Überblick über den Zustand und die zu erledigenden Arbeiten. Als nächstes werden erst einmal sämtliche Kühlungskanäle des Werkzeuges mit Druckluft ausgeblasen. Dies ist notwendig, da sonst Wasserreste in den Kanälen zurück bleiben. Anschließend wird das Werkzeug an  der Trennebene geöffnet. Ein Spritzgusswerkzeug teilt sich immer in eine Düsen- und eine Auswerferseite. Diese beiden Hälften müssen gereinigt und sämtliche Führungselemente neu gefettet werden. Mit welcher Hälfte man beginnt, ist von der Sache her egal. Falls Reparaturarbeiten anfallen, werden diese auch mit erledigt. Der Kunststoff „Polyamid“ bildet hier allerdings eine Ausnahme. Werkzeuge, bei denen „Polyamid“ zum Einsatz kommt, werden nur gefettet. Das Reinigen entfällt, da es sich mit der Zeit als Vorteilhalft erwiesen hat, wenn sich die Reste des Kunststoffes noch im Werkzeug befinden. Dadurch wird der nächste Spritzzyklus und somit die Qualität der produzierten Teile verbessert.

Wurden alle Defekte behoben und alles gereinigt, so wird das Werkzeug wieder zusammen gebaut. Dabei ist zwingend auf eine korrekte Montage zu achten. Fehler in der Montage z.B. nicht angezogene Schrauben können während des Spritzgießzyklusses zu Kollisionen der einzelnen Werkzeugbestandteile untereinander oder mit der Maschine führen. Dies kann verheerende und kostspielige Auswirkungen haben.

Anschließend wird das Werkzeug wieder auf seine Palette geladen und in der Werkzeugbegleitmappe eingetragen, welche Arbeiten an dem Werkzeug durchgeführt wurden. Jedes Werkzeug hat seine eigene Palette und Mappe. Zum Schluss wird das Werkzeug ins Regal geräumt, wo es bis zu seinem nächsten Einsatz lagert.